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Begründung:

In Between the Devil and the Wide Blue Sea beobachtet Romuald Karmakar mehrere Bühnenauftritte von Bands und DJs aus der elektronischen Musikszene, einem sonst im Dokumentarfilm vernachlässigten Bereich der Gegenwartskultur. Die konzeptuelle Strenge des Films – radikale Plansequenzen, ungeschnittene Einstellungen mit nur einer Kamera – setzt sich in Opposition zur üblichen visuellen Repräsentation von Musik in MTV-Clips, Konzertmitschnitten oder Bandporträts. Die offenkundige Faszination am Gegenstand selbst äußert sich in einer überbordenden Energie, die via Bild und Ton direkt den Körper der Zuschauer erreicht. Man glaubt sich im Club. Interessanterweise sitzt man im Kino. Die subtile Dramaturgie des rohen, kaum bearbeiteten Materials erlaubt es, sich mitten im Geschehen wieder zu finden und es zugleich von außen zu beobachten. Auf diese Weise eröffnet Karmakar in unerhörter Geistesgegenwart neue Räume für das Wahrnehmen von Musik im Kino und für bislang wenig genutzte Möglichkeiten des Dokumentarfilms.

5. November 2005, die Jury: Didi Danquart, Birgit Kohler, Brigitte Werneburg